Die Schlosskirche in Wittenberg

Wo die Reformation ihren Anfang nahm …

Der knapp 90 Meter hohe Kirchturm der Schlosskirche zu Wittenberg ist schon weit über die Stadtgrenzen hinaus sichtbar. Die Kirche ist die bedeutendste Sehenswürdigkeit der Lutherstadt und das aus gutem Grund: Die Schlosskirche prägt nicht nur das Stadtbild mit ihrer spät- bzw. neugotischen Architektur, sie ist auch von essenzieller Bedeutung für Wittenberg – wurde doch von hier aus die Reformation durch Martin Luther in die Welt getragen.

Die Schlosskirche wurde zwischen 1489 und 1509 vom Kurfürsten Friedrich dem Weisen erbaut, eine simple Kapelle existierte aber bereits seit Beginn des 14. Jahrhunderts neben dem Schloss des askanischen Herzogs Rudolf I.

Nach Gründung der Wittenberger Universität Leucorea im Jahre 1502 wurde die Schlosskirche zur Universitätskirche ernannt und fortan auch für akademische Festakte genutzt.

Ihre heutige Bedeutung hat die Schlosskirche aber vor allem aufgrund des Thesenanschlags Martin Luthers, der sich 1517 mit seinen 95 Thesen am Hauptportal der Kirche – damals noch aus Holz – gegen den Ablasshandel aussprach. Dies war der Beginn der Reformation.

In den Wirren verschiedener Kriege wurde die Schlosskirche mehrfach zerstört und zwischendurch in Teilen bzw. veränderter Form wiederaufgebaut. Seit Ende des 19. Jahrhunderts existiert sie in ihrer jetzigen Form, im neugotischen Stil, einschließlich des prägnanten Schlosskirchenturms. Die berühmte Thesentür aus Bronze, wie sie heute noch von zahlreichen Besuchern aus aller Welt bewundert wird, wurde übrigens im Jahre 1858 von König Friedrich Wilhelm IV. gestiftet.

Die letzte, große Renovierung der Schlosskirche Wittenberg fand in den Jahren 2012-2016 statt. Anlass waren die 2017 stattfindenden Feierlichkeiten zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation.

Aber damit genug der nüchternen Fakten, denn beim Besuch der Wittenberger Schlosskirche beeindruckt neben der berühmten Thesentür vor allem das prunkvolle Innere der Kirche – das opulente Kirchenschiff. Ob perfekt geschnitzte Eichen-Kanzel, wunderschöne Statuen aus Stein, Bronze-Skulpturen und filigrane Arbeiten oder die einzigartigen Mosaikbilder in den Kirchenfenstern – lassen Sie sich von einer der schönsten Kirchen Deutschlands beeindrucken!

Bewundernswert sind auch das Taufbecken aus Gusseisen, der Kaiserstuhl und die mit Wappen verzierten Fürstenstühle aus Eiche sowie natürlich der kunstvoll gestaltete Altar der Schlosskirche. Dänemarks Königin Margarethe II. stickte eigenhändig einen neuen Altarvorhang und stiftete diesen persönlich zur feierlichen Wiedereröffnung der Schlosskirche am 2. Oktober 2016.

Die Schlosskirche ist auch letzte Ruhestätte dreier bedeutender Persönlichkeiten: an erster Stelle sei hier der Reformator Martin Luther genannt, aber auch sein Weggefährte Philip Melanchton sowie der sächsische Kurfürst Friedrich der Weise haben hier ihre Gräber.

Im angrenzenden Besucherzentrum – über das der Zutritt zur Schlosskirche erfolgt – erhalten Sie als Gast zahlreiche Informationen. Und wer etwas mehr Zeit mitbringt, sollte auch die Besteigung des Schlosskirchenturms nicht versäumen und die wunderschöne Aussicht auf Wittenberg und Umgebung genießen.

Die Wittenberger Schlosskirche zählt ganz zu Recht seit 1996 zum UNESCO Weltkulturerbe und ist heute weitaus mehr als eine Sehenswürdigkeit der Lutherstadt. Ob stille Andachten, festliche Gottesdienste oder unvergessliche Konzerte – die Schlosskirche Wittenberg zieht heute mehr denn je Besucher aus aller Welt in ihren Bann.

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erbaut

1489 -1509

Besichtigungszeiten

November – Karfreitag
Mo bis Sa 10.00 – 16.00 Uhr | So 11.30 – 16.00 Uhr (10.00 Uhr Gottesdienst) 

Karsamstag – Oktober
Mo bis Sa 10.00 – 18.00 Uhr | So von 11.30 – 18.00 Uhr (10.00 Uhr Gottesdienst)

Turmbesteigung

Ist während der Öffnungszeiten möglich (letzter Einlass 30 Minuten vor Schließung der Kirche)

Verweildauer in der Kirche

ca. 45 Minuten, Führung ausdrücklich empfohlen

Barrierefreiheit

ja

Lage

Schlossplatz 1, Lutherstadt Wittenberg

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